12 - 14/9/2008

BRIEFMARKEN
WELTAUSSTELLUNG

zusammen mit internationaler Messe Sammler

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Bedeutung und Mission der Ausstellung PRAGA 2008

(erarbeitet nach dem Beitrag von Herrn Lumír Brendl, Vorsitzender des Verbands der Tschechischen Philatelisten und des Direktors der FIP, veröffentlicht im Kurierblatt „Information des Verbands der Tschechischen Philatelisten - Nummer 1/2007“)
 

Die Hauptaufgabe ist selbstverständlich und dies steht vollkommen außer Zweifel die verantwortungsvolle Vorbereitung der Philatelieweltausstellung PRAGA 2008. Nach 20 Jahren, die seit der letzten Weltausstellung im Jahre 1988 vergangen sind, geht es dank der Unterstützung von Seiten des Generaldirektorats der Tschechischen Post (Èeská pošta, a.s.) um die überhaupt erste Briefmarkenweltausstellung auf dem Hoheitsgebiet der eigenständigen Tschechischen Republik. Für das Organisationskomitee der Ausstellung PRAGA 2008 unter der Leitung von Vit Vaníèek ist das nicht nur eine große Herausforderung, sondern auch eine große Aufgabe. PRAGA ist nicht nämlich nicht nur ein BEGRIFF, sondern auch eine TRADITION. Gegenüber allen vorhergehenden Veranstaltungen wird jedoch die „unsrige“ nur kurze Zeit, lediglich drei Tage, dauern. Eine kürzere Veranstaltungsdauer der Philatelieausstellungen ist in der letzten Zeit in der Welt immer häufiger anzutreffen - hauptsächlich aus wirtschaftlichen, aber auch aus finanziellen Gründen. Daher muss deren Organisation maximal rational sein.

Ich bin bereits 55 Jahre Mitglied des Verbandes der vormals tschechoslowakischen und nun tschechischen Philatelisten (SÈF). Ich erinnere mich an die überhaupt erste Weltausstellung PRAGA 1962. Ich kann mich auch an die folgenden Ausstellungen bis zum Jahre 1988 erinnern. Oftmals habe ich aus den Reihen der Mitglieder der Clubs und Kommissionen erbitterte Kritik in den Zeiten gehört, als die Weltausstellungen PRAGA Schritt für Schritt zu Megaunternehmungen wurden. Damals hat die Leitung des Verbands der Philatelisten (SÈSF) an die zwei bis drei Jahre vor einer jeden Ausstellung den Ausstellungen PRAGA größere Aufmerksamkeit gewidmet als den Interessen der Mitglieder der Clubs, der Clubs junger Philatelisten oder den Problemen der Fachkommissionen. Die Weltausstellung und deren Vorbereitung standen im Mittelpunkt des Interesses der Partei, der Regierung der Nationalen Front und des Präsidenten der Republik. Für deren Organisation wurden für heute nahezu unvorstellbar hohe finanzielle Mittel und ein kleines Heer von Leuten zur Verfügung gestellt. Nichtsdestotrotz waren es jedoch gerade diese Weltausstellungen, die die Ausstellungen PRAGA zum Begriff und zur Tradition gemacht haben. Heute wird der SÈF wegen der Weltausstellung seine Tätigkeiten für den gesamten Verband und seine Mission nicht aus dem Auge verlieren, auch wenn dies überhaupt nicht einfach ist und auch wenn die Finanzen und die personelle Ausstattung recht bescheiden sind.

Zur Bedeutung der Mission in Sachen Weltausstellung PRAGA möchte ich noch folgendes hinzufügen. Mitunter höre ich, wenn auch nur vereinzelt, Anmerkungen darüber, warum man überhaupt Philatelieausstellungen veranstalten soll, ganz zu schweigen von den Weltausstellungen, wobei doch die Mittel und die Bemühungen, die dort aufgewandt werden, anderweitig zu Gunsten aller Mitglieder des Verbandes SÈF eingesetzt werden könnten. Daher möchte ich im Zusammenhang mit der Briefmarkenweltausstellung PRAGA 2008 auch als Mitglied des Lenkungsausschusses der FIP wenigstens eine kurze Erklärung abgeben.

Warum veranstalten die kulturell und philatelistisch hoch entwickelten Länder Weltausstellungen und bemühen sich um die Erteilung des Patronats der Internationalen Philatelieföderation für diese Ausstellungen? Warum haben an der Veranstaltung von Weltausstellungen die Herrscher, Präsidenten, Regierungen, die entsprechenden Ministerien und Postverwaltungen Interesse? Und was bedeutet überhaupt das Patronat der FIP? Es repräsentiert die Erteilung des höchsten Statuts, das die Delegierten der FIP-Kongresse, die einmal alle zwei Jahre veranstaltet werden, durch eine öffentliche Abstimmung einer Philatelieausstellung überhaupt erteilen können. Danach gehört eine derartige Ausstellung unter anderem zu den privilegierten Ausstellungen:

Das repräsentative erste Bulletin der Ausstellung PRAGA hat das Licht der Welt erblickt. Es gelangt sowohl in unsere Clubs als auch in das Ausland. Die erste Pressekonferenz zur Ausstellung fand im Januar 2007 im Postmuseum in Prag statt. Sie wurde ungewöhnlich zahlreich auch von Vertretern der Presse, des Rundfunks und des Fernsehens besucht. All dies erfreute uns. Womöglich hat sie auch eine Antwort für die nicht gerade reichhaltig vertretenen gegeben, die der Meinung sind, dass die Philatelie in Tschechien nur am Rande des gesellschaftlichen Interesses stehe.
1) daran wollen die bedeutsamsten Philatelisten teilnehmen - Aussteller aus der ganzen Welt,
2) es kann die eventuelle Veranstaltung der Meisterklasse der FIP und/oder des Ehrenhofs auf
    höchstem Niveau abgesichert werden: z.B. Beteiligung von königlichen, gräflichen oder überhaupt
    weltbekannten Sammlungen zur Information der Philatelisten und Nichtphilatelisten,
3) die höchsten Medaillenstufen (Große Goldmedaille, Goldmedaille und Große vergoldete Metalle),
    die auf den Ausstellungen erteilt werden, helfen den Besitzern dieser Exponate, deren hohe
    Bewertung abzusichern,
4) alle Exponate auf den Ausstellungen mit dem Patronat der FIP (FIP Patronage) oder mit der
    Schirmherrschaft von FIP (FIP Auspices) und keinesfalls nur mit der Anerkenntnis von FIP (FIP
    Recongnition), wie dies bei der europäischen Ausstellung BRNO 2005 der Fall war, sind dann nach den
    Ländern und Namen der Ausstellung im zentralen Computerregister der FIP angeführt. Dieses
    Register belegt den Erfolg der einzelnen Länder und Ausstellungen und ebenfalls den Umstand, dass
    der Erwerb einer Vergoldeten Medaille der FIP bei der Qualifikation des Ausstellers zum Beispiel für
    die Funktion als Jury-Mitglied, Experte usw. behilflich ist,
5) eine derartige Weltausstellung lockt die Beteiligung der ausländischen Postverwaltungen und der
    Philateliehändler an,
6) die Weltausstellung trägt bedeutsam zur Entwicklung der Philatelie im Veranstalterland bei und
    hilft dabei, das allgemeine Bewusstsein um die Philatelie, über die Mission der Post und das
    Briefmarkenschaffen als bedeutsame künstlerische Tätigkeit auszuweiten; die Möglichkeit, auf
    einer derartigen Ausstellung zu präsentieren, ist für jeden Sammler der Gipfel seiner langjährigen
    Bemühungen und ebenfalls eine bedeutsame Motivation für die weitere Fortsetzung dieser Tätigkeit,
7) und nicht zuletzt erfreuen sich das Land und die Stadt, die die Weltausstellung veranstalten (in
    unserem Fall die Tschechische Republik und die Hauptstadt Prag) zur Zeit des Stattfindens einer
    erhöhten Anzahl von Besuchern aus der ganzen Welt, und somit auch von Ausländern, deren Ziel
    dieses Land oder diese Stadt in der Regel nicht sind. Ebenfalls die Nähe der Stadt Wien und die
    unmittelbar nachfolgende Ausstellung WIPA 2008 potenzieren diese Möglichkeit noch weiter.

Wie wir aufgrund unserer Erfahrungen wissen, hat all dies jede bisherige PRAGA unter dem Patronat der FIP überdeutlich nachgewiesen. Und dank der verantwortungsvollen Arbeit, der Fähigkeiten und der Kreativität der Veranstalter wird das sicherlich auch bei der PRAGA 2008 nicht anders sein. Und somit hilft sie direkt und indirekt dabei, das Interesse an den Postwertzeichen, an deren Sammeln oder auch Ausstellen in der Öffentlichkeit zu steigern und kann somit auch dem Verband der Tschechischen Philatelisten behilflich sein, der als einzige von der FIP anerkannte Organisation die Interessen der Philatelisten und Sammler innerhalb der Tschechischen Republik und nach außen hin vertritt.

 
Februar 2007
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